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Wacken Verkauf 2026: Was der KKR Deal für Fans bedeutet

Wacken Verkauf 2026: Was der KKR Deal für Fans bedeutet

Um was es hier geht, in einem Satz: Die Wacken-Gründer Holger Hübner und Thomas Jensen haben weitere Anteile an ihrer Festival-Firma verkauft, Superstruct und damit der Finanzinvestor KKR kontrollieren jetzt fast alles, und die Frage aller Fans lautet: Ändert sich dadurch mein Wacken?

Die Zahl, die zählt: fünf Prozent. Mehr besitzen Hübner und Jensen von ihrer eigenen Schöpfung nicht mehr. Was 1990 mit 800 Fans auf einem Dorffeld in Schleswig-Holstein begann, ist heute Teil einer Holding, die mehr als 80 Festivals in zehn Ländern betreibt. Der Einstieg von Superstruct kam 2019, die Übernahme von Superstruct durch den US-Finanzinvestor KKR dann 2024 für rund 1,4 Milliarden Euro, wie CVC und KKR offiziell bestätigten. Im Oktober 2026 haben die Gründer nun auch ihre letzten größeren Anteile abgegeben.

Wer steckt hinter Superstruct? Eine Liste, die Rockfans kennen sollten: Neben dem Wacken Open Air gehören zum Portfolio unter anderem Parookaville, Defqon.1, das ungarische Sziget und das Sónar in Barcelona. Superstruct ist damit eine der größten Festival-Gruppen Europas. Wer 2027 übers Land zieht, feiert häufig auf Veranstaltungen desselben Eigentümers.

Warum das Fans interessieren sollte. Finanzinvestoren kaufen Festivals nicht aus Nächstenliebe, sie wollen Rendite. In Spanien riefen im Mai 2025 hunderte Musikerinnen und Musiker zum Boykott von Superstruct-Festivals auf, weil sie gegen die Verflechtung von Kapitalgebern und Kultur protestieren. Die Tagesschau fragte im Sommer 2025 schonungslos, wie viel Szene im W:O:A noch steckt, und prägte das Wort vom „Ballermann in Schwarz". Unabhängig davon, wie man dazu steht: Über Preise, Programm und Ausbau entscheidet künftig eine Investorenlogik, nicht mehr eine Gründerfamilie.

Was die Gründer sagen. Hübner und Jensen betonen, auf dem Holy Ground ändere sich nichts. Das W:O:A 2026 lief mit 85.000 Fans und 154 Bands ausverkauft wie eh und je. Stimmen aus dem Umfeld des Festivals verweisen darauf, dass Superstruct seit 2019 beteiligt ist und das Festival in der Zeit gewachsen ist, nicht geschrumpft.

Was ihr selbst beobachten könnt. Drei ehrliche Anhaltspunkte für die nächsten Jahre: Erstens die Ticketpreise, Wacken lag zuletzt rund 30 Prozent über dem Vorjahr. Zweitens das Programm, ob kleinere und eigenwilligere Bands neben die großen Namen gestellt werden. Drittens die Atmosphäre vor Ort, wenn ein Festival immer weiter wächst, leiht sich das Dorf irgendwann nichts mehr vom Rock, sondern der Rock vom Dorf.

Quellen: offizielle Mitteilung von CVC und KKR zum Superstruct-Deal, NDR, Tagesschau, BR Zündfunk, wacken.com, Spiegel.

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